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Der Deutsch A Kurs des 9. Jahrgangs besuchte die JVA in Wolfenbüttel. Der Grund war unsere bereits gelesene Lektüre „Krokodil im Nacken“ -ein autobiographischer Roman von Klaus Kordon. In diesem Buch geht es um eine Familie, die in den 80er Jahren beim Fluchtversuch aus der DDR erwischt und voneinander getrennt wird. Die Kinder kommen in die Obhut des Jugendheimes und Vater und Mutter in das damalige DDR Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Die Haftbedingungen, Verhörmethoden, Spitzelvorgehen und andere schlimme Dinge dort haben uns sehr beschäftigt.


Wir wollten wissen, wie ein Haftalltag heute aussieht und da die JVA nur einen Katzensprung von unserer Schule entfernt ist, fragten wir dort nach einem Besichtigungstermin.
Herr Martin Berger, der für die Öffentlichkeitsarbeit an der JVA zuständig ist, erklärte uns, dass eine Begehung oder Zelleineinsicht für SchülerInnen grundsätzlich nicht möglich sei, da die Würde und Persönlichkeit der Gefangenen geschützt werden müssen, was wir natürlich verstehen konnten. Trotzdem lud er uns ein, zu kommen, Fragen zu stellen, sich den Haftalltag mithilfe einer Präsentation auf dem Beamer erklären zu lassen und einen Film zu sehen.
Zunächst muss man sagen, dass wir natürlich noch nie das Innere einer Justizvollzugsanstalt gesehen haben, zum Glück! Es war natürlich erst mal komisch, die Handys und Ausweise abzugeben, abgetastet zu werden und dass Herr Berger alles, jede Tür und Tor aufschließen musste. Aber die Neugierde überwog. Im Vorfeld reichten wir Fragen ein, die Herr Berger sehr ausführlich beantwortete. Immer wieder kamen auch Fragen unsererseits auf, nachdem Herr Berger viel über den Gefängnisalltag berichtete. Uns war gar nicht klar, was für Inhaftierte nicht selbstverständlich ist oder worauf strengstens geachtet werden muss. Die Zeit verging wie im Fluge.
Zum Schluss wurde uns noch die Reportage des NDR vom November 2016 gezeigt, als Max Giesinger ein Konzert in der JVA Wolfenbüttel gab und der Gefängnis-Gospelchor, in dem auch Martin Berger als Justizvollzugsangestellter singt, ihn begleitete.
Große Augen machten einige von uns spätestens zu diesem Zeitpunkt, denn wir wussten von diesem Konzert für die Inhaftierten gar nichts und waren wirklich begeistert, was dort auf die Beine gestellt wurde und wie toll Max Giesinger rüberkam.
Insgesamt sind die heutigen Haftbedingungen überhaupt nicht mit denen in Hohenschönhausen zu vergleichen, da ist klar geworden. Wir sind überzeugt, dass hier in der JVA Wf der Gefängnisalltag ohne die gewohnte und vermisste Freiheit der Gefangenen so erträglich wie möglich gestaltetet wird. Wir danken Herrn Berger für diese informativen, interessanten Stunden und wünschen ihm und seinen Mitarbeiten weiterhin eine so hohe Motivation beim Arbeiten. Vielleicht hören wir beim nächsten Konzert in der JVA ja ein bisschen was, denn wir sind ja gleich nebenan..:-)

Zum Anfang Aktuelles 2016/17

 

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