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Im Rahmen des Deutschunterrichts begaben sich Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang zusammen mit Herrn Almon auf eine besondere Exkursion nach Berlin.

Nachdem wir uns im Unterricht intensiv mit Bertolt Brechts Drama "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" beschäftigt hatten, bot sich die Gelegenheit, das Werk dort zu erleben, wo Brechts Theatertradition bis heute lebendig ist: im Berliner Ensemble. Direkt nach unserer Ankunft nahm unser Kurs an einem Workshop teil, der von Mitarbeiterinnen des Berliner Ensembles geleitet wurde. Dabei setzten wir uns nicht nur mit den zentralen Themen des Stücks auseinander, sondern erprobten auch selbst Methoden des epischen Theaters. In Improvisationen, szenischen Übungen und Gesprächen wurde deutlich, wie Brecht sein Publikum zum Nachdenken anregen wollte, anstatt es lediglich emotional mitreißen zu lassen. Besonders die Fragen nach Macht, wirtschaftlichen Abhängigkeiten und gesellschaftlicher Verantwortung, die auch im Stück eine zentrale Rolle spielen, standen im Mittelpunkt des Workshops. Bis zum Beginn der Abendvorstellung blieb noch Zeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden. Dabei gab es die Gelegenheit, Brechts letzte Ruhestätte in direkter Nähe zum Brecht-Haus zu besuchen. Der Höhepunkt der Fahrt folgte am Abend im Großen Haus des Berliner Ensembles. Gezeigt wurde die aktuelle Inszenierung von "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" unter der Regie von Dušan David Pařízek. Das Stück spielt im Chicago der Weltwirtschaftskrise und erzählt von Johanna Dark, die den hungernden Arbeitern helfen möchte und dabei auf den mächtigen Fleischfabrikanten Mauler trifft. Brecht stellt die Frage, wie wirtschaftliche Macht funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt, soziale Ungerechtigkeit zu überwinden. Besonders beeindruckend war die Entscheidung der Inszenierung, die beiden zentralen Figuren Johanna und Mauler mit den Schauspielerinnen Kathleen Morgeneyer und Stefanie Reinsperger zu besetzen. Vor allem Reinspergers Darstellung der Mauler-Figur sorgte für große Begeisterung. Die über zweistündige Aufführung überzeugte durch ihre Vielseitigkeit, ihre intensive Spielweise und ihre erstaunliche Aktualität. Die im Unterricht behandelten Themen wurden auf der Bühne eindrucksvoll sichtbar und regten auch nach dem Schlussapplaus noch zu Diskussionen an. Bevor es zurückging, ließen wir den Abend gemeinsam in einer Pizzeria ausklingen. Bei Pizza und vielen Gesprächen tauschten wir unsere Eindrücke aus und blickten auf einen ereignisreichen Tag zurück. Erst spät in der Nacht endete eine Exkursion, die Literaturunterricht, Theatererlebnis und Gemeinschaft auf gelungene Weise miteinander verband.

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